Wie so häufig wenn es um rasante Entwicklungen in der Energiepolitik geht, ist vor allem eins sicher. Die Strompreise werden steigen. Vor kurzem hat sich die Bundesregierung noch mit der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke gebrüstet, nun kann sie gar nicht schnell genug Atommeiler vom Netz nehmen. Denn nicht nur droht in dem AKW von Fukushima ein atomarer Super-Gau in nahezu allen 6 Reaktoren, auch stehen Landtagswahlen bevor. Für Stromkunden bedeutet das wiedereinmal das die Preise steigen werden. Insbesondere da dieser Umstieg so völlig abrupt und planlos geschieht. Das die Bundesregierung nach dem Moratorium wieder alle Kernkraftwerke ans Netz nehmen wird, ist eher unwahrscheinlich. Die Glaubwürdigkeit wäre endgültig zerstört. Noch immer besteht der durchschnittliche Energiemix in Deutschland zu 24,9% aus Kernkraft. 7 Atommeiler sollen sofort für eine Sicherheitsprüfung vom Netz. Das diese ohne große Nachrüstungen diese überstehen werden scheint ausgeschlossen.
Schon jetzt in den letzten Tagen hat sich an der Strombörse in Leipzig ein Kursanstieg bei Strom um bis zu 20% ergeben. Bei dem schwachen Wettbewerb in Deutschland muss man befürchten, dass wiedereinmal alle Kosten voll auf die Verbraucher abgewälzt werden. Doch langfristig muss man angesichts der Ereignisse in Japan sagen, dass die Folgen des Restrisikos in keinem Verhältnis zu den durch Atomstrom eingesparten Kosten liegen. Doch als Verbraucher habe ich noch jetzt die Möglichkeit einen günstigen Tarif zu bekommen, der noch zu Preisen vor dem Atommoratorium berechnet wurde. Mann kann dies sogar mit einem persönlichem Verzicht auf Atomstrom um der Industrie ein Zeichen zu setzen, Tarife die ohne Atomstrom im Energiemix auskommen sind sogar vergleichweise günstig.
Die dramatischen Ereignisse in den japanischen Atomkraftwerken in Fukushima haben die Debatte um den Atomstrom neu entfacht. Haben doch die erschütternden Berichte aus Japan einmal mehr bewiesen, dass es auch in einem so hochtechnisierten Land zu unglücklichen Verkettungen von Ereignissen kommen kann, die die Kernkraft völlig unbeherrschbar machen kann. Nach dem jetzigen Stand sieht es so aus, als hätte der Ausfall der Kühlungen und aller Notsysteme dazu geführt, dass es mindestens in drei Reaktoren zu teilweisen Kernschmelzen gekommen ist, bzw. diese im Gang sind. Die Rettungsbemühungen des Betreibers wirken hilflos und auch die absolute Notmaßnahme, die Kühlung mit Meerwasser scheint nicht mehr zu helfen. Es bleibt nur zu hoffen das aufgrund der Bauweise die Katastrophe in Fukushima nicht ganz so schlimme Folgen haben wird, wie der Super-Gau in Tschernobyl 1986. Auch scheinen die Winde günstig, so dass die austretende Radioaktivität ins Meer getragen wird und nicht in die Millionenmetropole Tokio.
Doch neben der politischen Debatte um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland hat auch der Stromkunde eine gewisse Macht, wenn auch beschränkte. Bei der Wahl des Stromanbieters kann er sehr wohl zum Ausdruck bringen, welche Stromerzeugung er bevorzugt. Dabei schließen sich ein günstiger Anbieter und saubere risikoarme Erzeugung nicht aus. Im Gegenteil, unter den günstigsten Anbietern sind oft Stromanbieter, die reinen Ökostrom versprechen.
Jeder Stromanbieter muss darlegen aus welchem Energiemix sein Strom besteht, den er den Kunden verkauft. Im Durchschnitt stand 2009 besteht dieser Mix zu 57,8% aus fossilen Brennstoffen, gefolgt von 24,9% Kernkraft und 17,3% erneuerbare Energien. Doch die Stromanbieter können davon abweichen und dafür sorgen das ihr Strom zum Beispiel nur aus erneuerbaren Energien besteht. In unserem Stromvergleich erkennen Sie das sofort an dem symbolischem Blatt unter dem Preis pro Jahr und der grünen Schrift des Tarifnamens. Auch haben Sie die Möglichkeit über einem Filter, sich nur Ökostrom anzeigen zu lassen. Darüber hinaus finden Sie in den jeweiligen Tarifdetails bei jedem Anbieter eine genaue Aufschlüsselung über den zugrundeliegenden Energiemix.
Wer also sich völlig von Atomstrom lossagen möchte und der Industrie ein klares Zeichen setzen möchte, der findet im Stromtarifvergleich eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit einen völlig atomstromfreien Stromanbieter zu finden. Es muss aber dabei gesagt werden, anders als bei anderen Produkten lässt sich Strom nicht einfach lagern. Die Illusion, durch einen Verzicht der Kunden auf Atomstrom würde weniger Atomstrom produziert, ist so nicht realistisch. Vielmehr wird dadurch der Atomstrom auf andere Verbraucher verteilt. Man kann aber der Industrie klar machen, dass man diese Art der Energieerzeugung ablehnt und Anbietern eine Chance gibt die sich klar davon lossagen.